Schüleraustausch

Bericht von Herrn Theo Löhl, em. Lehrer am Konrad-Duden-Gymnasium Wesel, 2002

Festes Fundament des Schüleraustauschs des Konrad‑Duden‑Gymnasiums mit Schulen des Washington County im Staat Maryland in den USA ist die Städtepartnerschaft Hagerstown ‑Wiesel, die erste deutsch‑amerikanische Verbindung dieser Art nach dem 2. Weltkrieg. Nach einem Besuch einer Weseler Delegation im Jahre 1951 im Rahmen des Programms `Operation Democracy" wurde am 22. September 1952 das Freundschaftsband offiziell geknüpft. Die Möglichkeiten regelmäßiger Besuche waren seinerzeit noch sehr gering, die Kontakte wurden dennoch so intensiv wie möglich gestaltet. Schließlich sind circa 55 Prozent der Bewohner sich ihrer deutschen Abkunft bewusst. In Hagerstown etablierte sich eine Sister City Affiliation zur Förderung der Beziehungen und 1955 lockte eine Kulturausstellung, die in Hagerstown erstelltworden war, über 30.000 Besucher in Weselan. Die besondere Bedeutung der Städtepartnerschaft für die deutsch‑amerikanischen Beziehungen wurde am 26. Juli 1962 erneut deutlich, als das erste Telefongespräch überhaupt via Telstar‑Satellit zwischen Hagerstown und Wesel geführt wurde. Am 22. September 1992 fand im Weseler Rathaus ein großer Festakt anlässlich des 40jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft statt und die Vorbereitungen zum "Goldenen Jubiläum" haben mit der Gründung eines Partnerschaftsvereins am 14. September 2000 begonnen.

 

Entwicklung des Austauschprogramms

Jahre 1986 kam der junge Bürgermeister Steven Sager von Hagerstown nach Wesel und ließ sich schnell dazu bringen, seine geplante Hochzeit nach Wesel zu verlegen, wo sie auch im Januar 1987 stattfand unter Beteiligung der Bürgermeister von Wesel und Felixstowe, weiches inzwischen ebenfalls eine Städtepartnerschaft mit Wesel eingegangen war Die frisch vermählte Ehefrau Carroll Sager war im Board of Education des Washington County beschäftigt und von der Idee eines Schüleraustauschprogramms so begeistert, dass der erste Besuch einer Weseler Gruppe noch im gleichen Jahr stattfand.

Seitdem finden im jährlichen Wechsel Besuche von Schülergruppen statt und die Teilnehmerzahl hat sich in der Zwischenzeit bei etwa 20 eingependelt. Anfänglich waren alle Schulen des Washington County beteiligt, damit eine möglichst große Zahl unserer Schüler die Gelegenheit zum Besuch einer High School bekam. Mittlerweile ist es gelungen, unsere Schüler auf die North High und die Williamsport High zu konzentrieren, da mittlerweile dankvielfältiger Bemühungen und durch den Schüleraustausch an beiden Schulen jeweils ein Deutschlehrer beschäftigt werden kann, wodurch wiederum das Interesse gestiegen ist und die Bedingungen verbessert sind. Die amerikanischen Schüler haben jetzt zumindest Elementarkenntnisse unserer Sprache und sind willens diese auszubauen

Die bisherigen Teilnehmer haben größtenteils den Kontakt zu `ihren Familien" aufrechterhalten, private Anschlussbesuche abgestattet, Fortbildungsmaßnahmen organisiert und sind gar zu Hochzeitsfeierlichkeiten ihrer "Geschwister" gereist. In einigen Fällen sind alle Familienmitglieder einbezogen worden und es wurden gemeinsame Unternehmungen durchgeführt, wodurch der Sinn des Programms besonders eindrucksvoll bestätigt wird. 

Auswahlverfahren

An unserer Schule liegen die Anmeldungen der Schüler aus den Stuten 9 und 10 jeweils zwischen 60 und 80, und das bedeutet, dass wir wegen der geringeren Teilnehmerzahl in Hagerstown eine Auswahl treffen müssen. Am Auswahlverfahren sind alle in diesen Stufen unterrichtenden Kollegen gleichermaßen beteiligt. 

Programm

in Wesel (jeweils Juni/Juli in 'geraden" Jahren): Unterrichtsteilnahme, Empfang durch den Bürgermeister, Betriebsbesichtigung, eventuell Archäologischer Park Xanten, Bonn, Köln, Münster, Amsterdam, gemeinsame Sportveranstaltung, Stadtführung Wesel, gemeinsames Abschiedsfest; die US‑Gruppe unternimmt für jeweils ca. 10 Tage einen "sidetrip" durch Deutschland.

in Hagerstown (jeweils in den "ungeraden" Jahren in den Osterferien und der Anschlusswoche): Teilnahme am Unterricht und an Schulveranstaltungen, städtisches Museum, Teilnahme am `Arbor Day" (unsere Schüler pflanzen an prominenter Stelle einen Baum), Teilnahme und Mitgestaltung des Festbanketts der `Sister City Affiliation"; Ausflüge in die Umgebung z. B. Antietam Battlefield, Amish County, Hershey Park, King's Dominion, Annapolis, Baltimore (je nach Interesse und Möglichkeiten); ein mehrtägiger Ausflug der Gruppe mit dem Greyhound, etwa nach  Philadelphia, Washington und New York (je nach Interesse und Finanzrahmen).